Lindner: "Ich habe mir nichts vorzuwerfen"
[18.08.2006] http://syke.mzv.net/news/stories/bremen/?id=77289 Von Ralf Sussek
Klinik-Affäre: Ehemaliger Geschäftsführer klagt gegen Kündigung / Röpke schließt Rücktritt aus
BREMEN Die Klinik-Affäre um den fristlos gekündigten Geschäftsführer des Klinikums Bremen-Ost beschäftigt nun auch die Gerichte. Andreas Lindner hat beim Bremer Landgericht Klage gegen seine fristlose Kündigung eingereicht. Das hat die Sprecherin des Gesundheitsressorts, Heidrun Ide, gestern auf Anfrage bestätigt. Die Klinik-Holding Gesundheit Nord hatte das Dienstverhältnis aufgelöst, nachdem bekannt geworden war, dass Lindner unter anderem eigenmächtig fragwürdige Beraterverträge abgeschlossen hatte und eine Kooperation mit einer Rehaklinik eingegangen war. Ein unabhängiger Sonderermittler stellte in einem Zwischenbericht "gravierende Pflichtverletzungen" durch den ehemaligen Klinikchef fest. Gegen ihn hat die Staatsanwaltschaft ein Verfahren wegen Untreue eingeleitet.
Lindner hat gestern Abend in der Regionalsendung "buten un binnen" einen Alleingang bestritten. "Die Unterlagen (der Gutachten) sind im Aufsichtsrat vorgestellt worden", sagte er. Und: Den Zahlungen habe auch jeweils eine Leistung gegenübergestanden.
Das Gesundheitsressort will den Anstellungsvertrag mit Lindner nach der Kündigung nun auch noch anfechten. Die Folge könnte sein, dass er Teile seines Gehalts zurückzahlen müsste. "Wir sind arglistig getäuscht worden", sagte Senatorin Karin Röpke (SPD) und meint: Lindner hätte während seines Bewerbungsgesprächs von sich aus darauf hinweisen müssen, dass er wegen versuchter Steuerhinterziehung vorbestraft war. Die Senatorin beruft sich auf ein Urteil des Bundesarbeitsgerichts, dem ein ähnlich gelagerter Fall (2 AZR 449/90) zugrundeliegen soll. Ähnlich? Es ging um eine transsexuelle Person, deren Geschlechtsumwandlung noch nicht erfolgt war und die ihr wahres Geschlecht dem Arbeitgeber nicht ungefragt offenbart hatte.
Nach der Klinik-Affäre musste Staatsrat Arnold Knigge gehen. Die Gesundheitssenatorin hat dagegen einen eigenen Rücktritt ausgeschlossen. Sie sei zu dem Ergebnis gekommen, "dass ich mir keine Fehler vorzuwerfen habe". Wenigstens insofern stimmt sie mit Lindner fast wörtlich überein: "Ich habe mir nichts vorzuwerfen", sagte der Ex-Geschäftsführer gestern.
Klinik-Affäre: Ehemaliger Geschäftsführer klagt gegen Kündigung / Röpke schließt Rücktritt aus
BREMEN Die Klinik-Affäre um den fristlos gekündigten Geschäftsführer des Klinikums Bremen-Ost beschäftigt nun auch die Gerichte. Andreas Lindner hat beim Bremer Landgericht Klage gegen seine fristlose Kündigung eingereicht. Das hat die Sprecherin des Gesundheitsressorts, Heidrun Ide, gestern auf Anfrage bestätigt. Die Klinik-Holding Gesundheit Nord hatte das Dienstverhältnis aufgelöst, nachdem bekannt geworden war, dass Lindner unter anderem eigenmächtig fragwürdige Beraterverträge abgeschlossen hatte und eine Kooperation mit einer Rehaklinik eingegangen war. Ein unabhängiger Sonderermittler stellte in einem Zwischenbericht "gravierende Pflichtverletzungen" durch den ehemaligen Klinikchef fest. Gegen ihn hat die Staatsanwaltschaft ein Verfahren wegen Untreue eingeleitet.
Lindner hat gestern Abend in der Regionalsendung "buten un binnen" einen Alleingang bestritten. "Die Unterlagen (der Gutachten) sind im Aufsichtsrat vorgestellt worden", sagte er. Und: Den Zahlungen habe auch jeweils eine Leistung gegenübergestanden.
Das Gesundheitsressort will den Anstellungsvertrag mit Lindner nach der Kündigung nun auch noch anfechten. Die Folge könnte sein, dass er Teile seines Gehalts zurückzahlen müsste. "Wir sind arglistig getäuscht worden", sagte Senatorin Karin Röpke (SPD) und meint: Lindner hätte während seines Bewerbungsgesprächs von sich aus darauf hinweisen müssen, dass er wegen versuchter Steuerhinterziehung vorbestraft war. Die Senatorin beruft sich auf ein Urteil des Bundesarbeitsgerichts, dem ein ähnlich gelagerter Fall (2 AZR 449/90) zugrundeliegen soll. Ähnlich? Es ging um eine transsexuelle Person, deren Geschlechtsumwandlung noch nicht erfolgt war und die ihr wahres Geschlecht dem Arbeitgeber nicht ungefragt offenbart hatte.
Nach der Klinik-Affäre musste Staatsrat Arnold Knigge gehen. Die Gesundheitssenatorin hat dagegen einen eigenen Rücktritt ausgeschlossen. Sie sei zu dem Ergebnis gekommen, "dass ich mir keine Fehler vorzuwerfen habe". Wenigstens insofern stimmt sie mit Lindner fast wörtlich überein: "Ich habe mir nichts vorzuwerfen", sagte der Ex-Geschäftsführer gestern.
Skiz - 18. Aug, 23:19